Deine wichtigste Hilfe beim Erlernen der chinesischen Aussprache
Pinyin ist das offizielle System zur Romanisierung des Standardchinesischen. Es verwendet lateinische Buchstaben, um die Aussprache chinesischer Schriftzeichen darzustellen.
Das Schriftzeichen 我 wird zum Beispiel im Pinyin als wǒ geschrieben und bedeutet „ich“ oder „mich“. Pinyin ersetzt die chinesischen Schriftzeichen nicht. Es hilft dir vielmehr dabei, sie zu lesen und auszusprechen, in Wörterbüchern nachzuschlagen und über die Tastatur eines Smartphones oder Computers einzugeben.
Das System wurde in den 1950er-Jahren in China entwickelt, um das Lernen zu erleichtern, und 1958 offiziell eingeführt. Später wurde es zum internationalen Standardsystem für die Romanisierung des Mandarin-Chinesischen.
Wozu dient Pinyin?
Besonders am Anfang des Chinesischlernens ist Pinyin sehr hilfreich. Damit kannst du:
- die Aussprache lernen, bevor du die chinesischen Schriftzeichen beherrschst
- ähnlich klingende Laute unterscheiden
- die Töne erkennen
- Wörter in Wörterbüchern und Apps suchen
- chinesische Schriftzeichen mit einer lateinischen Tastatur eingeben
Deshalb werden chinesische Schriftzeichen in den ersten Lernphasen häufig zusammen mit dem Pinyin angezeigt:
| Hanzi / Pinyin / Bedeutung |
|---|
|
你好! nǐhǎo! Hallo! |
Buchstaben und Töne im Pinyin
Pinyin verwendet die Buchstaben des lateinischen Alphabets. Sie werden jedoch nicht immer so ausgesprochen, wie deutschsprachige Lernende es erwarten würden. Buchstabenkombinationen wie q, x, zh, ch und sh stehen zum Beispiel für bestimmte Laute des Mandarin und dürfen nicht einfach nach den deutschen Ausspracheregeln gelesen werden.
Mandarin ist außerdem eine Tonsprache. Das bedeutet, dass dieselbe Silbe je nach Ton eine andere Bedeutung haben kann. Im Pinyin werden die vier Haupttöne durch Zeichen über dem Vokal dargestellt:
- mā: erster Ton, hoch und gleichbleibend
- má: zweiter Ton, ansteigend
- mǎ: dritter Ton, tief mit einem Anstieg am Ende
- mà: vierter Ton, abfallend
Daneben gibt es den neutralen Ton, der normalerweise ohne Tonzeichen geschrieben wird.
Wenn keine Tonzeichen eingegeben werden können, verwendet man häufig Zahlen: ma1, ma2, ma3, ma4. Zum Lernen sind die Tonzeichen jedoch meist leichter zu erkennen: mā, má, mǎ, mà.
Anlaute und Auslaute im Pinyin
Eine Silbe im Mandarin lässt sich in der Regel in drei Bestandteile gliedern:
- Anlaut: der Konsonantenlaut am Anfang
- Auslaut: alles, was nach dem Anlaut folgt. Dabei kann es sich um einen einzelnen Vokal, eine Vokalkombination oder einen Vokal mit anschließendem -n oder -ng handeln
- Ton
Zum Beispiel:
你好
nǐ
hǎo
Zur besseren Veranschaulichung haben wir die Anlaute blau und die Auslaute rot markiert.
Die Anlaute im Pinyin
| Anlaute | |
|---|---|
| b p m f | d t n l |
| g k h | j q x |
| zh ch sh r | z c s |
| (y) | (w) |
Die Auslaute im Pinyin
Auslaute können einfach oder zusammengesetzt sein. Hier einige Beispiele:
| Art des Auslauts | Beispiele |
|---|---|
| Einzelner Vokal | a, o, e, i, u, ü |
| Diphthonge oder Vokalkombinationen | ai, ei, ao, ou, ia, ie, ua, uo, üe |
| Nasale Auslaute | an, en, in, un, ang, eng, ing, ong |
| Besonderer Auslaut | er |
Jedes chinesische Schriftzeichen steht für eine Silbe. „Ich bin Spanier“ wird zum Beispiel mit sechs Schriftzeichen und damit mit sechs Silben geschrieben: wǒ shì xībānyá rén.
| 我 | 是 | 西 | 班 | 牙 | 人 |
| wǒ | shì | xī | bān | yá | rén |
| wo3 | shi4 | xi1 | ban1 | ya2 | ren2 |